Grenzhofareal | Memmingen (D) - i+R

Grenzhofareal | Memmingen (D)

Die Stadt Memmingen und die i+R Wohnbau Lindau entwickeln das ca. 4 Hektar große Grenzhofareal in zentrumsnaher Lage. Entstehen soll in erster Linie Wohnungsbau für alle Bevölkerungsschichten. Zudem eine Kindertageseinrichtung, kleinteiliger Einzelhandel, Gastronomie, haushaltsnahe Dienstleistungen, Büroflächen und attraktive Freiflächen. Ziel ist die Schaffung eines attraktiven, lebendigen, vielfältigen, durchmischten, verdichteten und durchgrünten Stadtquartiers.

Grenzhofareal Memmingen (D) © Stadt Memmingen

Stationen der Projektentwicklung

April 2022: Stuttgarter Büro überzeugt beim Architekturwettbewerb

Unter dem Vorsitz von Prof. Florian Burgstaller, Architekt und Stadtplaner aus München, jurierten am 5. April 2022 Fach- und Sachpreisrichter die 14 eingereichten Entwürfe. Nach mehreren Wertungsdurchgängen und intensiven Diskussionen fiel eine einstimmige Entscheidung.

Der städtebaulich-freiraumplanerische Entwurf des Stuttgarter Büros a+r Architekten in Zusammenarbeit mit Faktor Grün überzeugte „durch fünf aufgelöste, ähnlich große Blockrandbebauungen sowie einem Bürokomplex mit städtebaulich markantem Hochpunkt, die sich mit ihrer gestaffelten Höhe und ihrem Volumen wohltuend in das nähere Umfeld integrieren“, so die Jury. Zudem waren für das Preisgericht ausschlaggebend: die Anbindung Richtung Osten zum Stadtpark Neue Welt sowie die Lage der grünen Mitte als zentraler Freiraum mit der KiTa in unmittelbarer Nähe als belebendes Element.

Der 9-köpfigen Jury gehörten unter anderem renommierte Stadtplaner und Architekten, der Oberbürgermeister Manfred Schilder, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger sowie der Leitende Baudirektor Fabian Damm an. Ergänzt wurde das Gremium durch Bürgermeisterin Margareta Böckh und den Leiter des Stadtplanungsamtes Uwe Weißfloch sowie die Eigentümer der i+R Gruppe, Geschäftsführer und Projektentwickler der i+R Wohnbau Lindau und weitere Fachplaner und Berater.

Neben dem Siegerentwurf wurden auch die Entwürfe der Büros AllesWirdGut Architektur (Platz 2), MORPHO-LOGIC (Platz 3) und Thomas Schüler Architekten Stadtplaner (Platz 4) ausgezeichnet. Begleitet und abgewickelt wurden der Prozess der Bürgerbefragung sowie der städtebauliche Wettbewerb vom Architekturbüro Haines-Leger aus Würzburg.

Im nächsten Schritt werden alle vier Preisträger zu einem Verhandlungsverfahren eingeladen. Ziel ist die Auftragsvergabe zur Überarbeitung des Wettbewerbsergebnisses als städtebaulicher Entwurf/Rahmenplan im Sommer 2022. Dem für 2023 geplanten Aufstellungsbeschluss folgt dann das Bebauungsplanverfahren.

Ausstellung
Im Rahmen der Preisverleihung eröffneten Bürgermeisterin Margareta Böckh, der Jury-Vorsitzende Prof. Florian Burgstaller und Karlheinz Bayer die Wettbewerbs-Ausstellung. Vom 9. bis 17. April 2022, täglich (außer Montag) von 11 bis 17 Uhr, sind alle eingereichten Entwürfe samt Modell, Lageplänen und Jurybegründung im Kreuzherrnsaal in Memmingen ausgestellt und für Interessierte frei zu besichtigen.

Dezember 2021: Städtebaulicher Wettbewerb gestartet

Das mit der Auslobung des Wettbewerbs beauftragte Büro Haines-Leger aus Würzburg freute sich über das große Interesse unter den Architekturbüros: Zusätzlich zu neun von der Stadt Memmingen und i+R gesetzten Büros wurden 11 Teilnehmer aus den über 50 Bewerbungen ausgelost. Von den insgesamt 20 Teilnehmern mussten zwei Büros leider absagen – die verbleibenden 18 Büros arbeiten seit Dezember 2021 am städtebaulichen Entwurf für das zwischen Grenzhofstraße und Adenauerring liegende Grundstück, auf dem ein urbanes, lebendiges Quartier entstehen soll.

Im Rahmen des Kolloquiums am 13. Januar 2022 konnten die teilnehmenden Stadtplaner und Architekten offene Fragen klären. Dabei ging es im Wesentlichen um Fragen zur Dichte, zum Immissionsschutz sowie zum Wohnungsmix inkl. der daraus resultierenden Anzahl an erforderlichen Stellplätzen. Nun haben die teilnehmenden Büros bis Anfang März Zeit ihre Entwürfe auszuarbeiten.

Läuft alles nach Plan, soll bereits Anfang April 2022 die Bewertung der eingereichten städtebaulichen Entwürfe erfolgen und somit ein Wettbewerbssieger feststehen. Die Jury besteht aus externen Stadtplanern und Architekten, dem leitenden Baudirektor und der politischen Spitze der Stadt Vertretern der i+R sowie weiteren beratenden Fachplanern und Gutachtern aus der Stadtverwaltung und von extern. Im Anschluss kann die interessierte Bürgerschaft die jurierten Entwürfe in einer öffentlich zugänglichen Ausstellung im Kreuzherrnsaal in Memmingen begutachten. Der Ausstellungstermin wird noch bekannt gegeben.

September 2021: Grundlagen für Auslobung festgelegt – Anregungen aus der Bevölkerung eingearbeitet

Für die Entwicklung des 3,8 Hektar großen Grenzhofareals in Memmingen stimmte der Bauausschuss in der September-Sitzung den Rahmenbedingungen für einen städtebaulichen Wettbewerb zu. Im Vorfeld lud die i+R Wohnbau Lindau als Projektentwickler gemeinsam mit der Stadt Memmingen zu einer Online-Bürgerbeteiligung ein, deren Ergebnisse so gut wie möglich in die Auslobungsunterlagen einflossen.

Während des fünfwöchigen Beteiligungszeitraums im Mai und Juni konnten Bürgerinnen und Bürger auf der eigens dafür eingerichteten Webseite an der Befragung teilnehmen. Fast 550 ausgefüllte Fragebögen und viele weitere Interessierte, die auf der interaktiven Landkarte Anmerkungen zur Entwicklung des Areals hinterlassen haben, sind das erfreuliche Ergebnis.

Was bedeuten nun die Ergebnisse für die Ausschreibung des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs? Dazu Projektentwickler der i+R Wohnbau Lindau, Andreas Deuring: „Es wurden mehrere Vorgaben in der Wettbewerbsauslobung auf Grund der Anregungen aus der Bürgerschaft geändert.“ Die wichtigsten sind dabei die Anpassung des geforderten Wohnungsmixes zugunsten einer stärkeren Diversifikation inklusive einer Ergänzung um 1-Zimmer-Wohnungen sowie die Möglichkeit einer punktuellen Erhöhung der Geschosszahl, wenn dadurch ein größerer Frei- und Grünraum geschaffen werden kann.

Und weiter: „Ein nachhaltiges Energiekonzept, begrünte Dachflächen und eine gute und sichere interne Vernetzung des neuen Quartiers für den Rad- und Fußgängerverkehr sind gesetzte Vorgaben.“

Derzeit arbeitet das beauftragte Stadtplanungsbüro Haines-Leger intensiv in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Stadt Memmingen und dem Projektentwickler i+R Wohnbau Lindau an der Finalisierung der Ausschreibung zum städtebaulichen Wettbewerb, die noch im Herbst 2021 verschickt werden soll.

Auswertung Bürgerbefragung im Rahmen des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs

Mai 2021: Stadtentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Über fünf Wochen sind Bürger*innen und Anrainer*innen eingeladen, an der pandemiebedingt online durchgeführten Bürgerbefragung zur baulichen Entwicklung des Grenzhofareals in Memmingen teilzunehmen.

Eine eigens dafür eingerichtete Website stellte einen Fragebogen zu wesentlichen Entwicklungsthemen zur Verfügung. Auf einer interaktiven Landkarte konnten Ideen und Anregungen zu unterschiedlichen Themen ergänzt werden. Die Befragung erfolgte anonym im Zeitraum von 8. Mai bis 12. Juni 2021.

Neben der Wichtigkeit von verschiedenen Aspekten in der Entwicklung standen Fragen über die unterschiedlichen Nutzungen sowie der Wohnungsmix und das Wohnungsangebot im Mittelpunkt. Weitere Fragestellungen beleuchteten das Verhältnis Geschossigkeit der Gebäude zu Grünraum sowie die verkehrstechnische Erschließung.

Projektbeschreibung

Die Stadt Memmingen und die i+R Wohnbau Lindau stellen sich der anspruchsvollen Aufgabe das 3,8 Hektar große Grenzhofareal in zentrumsnaher Lage baulich zu entwickeln. Entstehen soll primär Wohnungsbau mit unterschiedlichem Angebot, das ergänzt wird durch eine Kindertageseinrichtung, kleinteiligen Einzelhandel, Gastronomie, haushaltsnahe Dienstleistungen, Büroflächen und attraktive Freiflächen.

Eine Vorstudie, die durch die Stadt in Auftrag gegeben wurde, sieht in etwa 450 Wohnungen vor.

Drohnenflug über das Areal

Projektdaten

  • Grundstücksfläche: 3,8 ha in zentrumsnaher Lage
  • Projektentwicklung: i+R Wohnbau Lindau und Stadt Memmingen
  • Bürgerbefragung: Mai/Juni 2021
  • Wettbewerb: Städtebaulicher Realisierungswettbewerb Herbst 2021/Winter 2022